Kitsch, Kultur und Kurioses

Hier gibt es, was der Titel verspricht -Kitsch, Kultur und Kurioses, manchmal sogar alles in einem.

„Kitsch“, wie wir ihn kennen, gibt es erst seit dem 19. Jahrhundert. Natürlich wurde auch davor schon Kitschiges produziert, aber es wurde nicht in der Art wahrgenommen, wie wir es heute tun.
Erst als die Massenproduktion aufkam und damit die Möglichkeit billig  zu Vervielfältigen, ist das Wort entstanden. Auf abwertende Weise natürlich.
Kitsch stammt vermutlich von „kitschen“ – und das bedeutet „Dreck zusammenkehren“.

Das Bürgertum fand es nämlich gar nicht fein, dass sich plötzlich jeder Bücher, Dekor und Kunstdrucke leisten konnte. Und dass Groschenromane massenhaft verlegt wurden, konnte ja auch nur zum Untergang der guten Sitten führen. Kitsch galt lange als Betrug, als Täuschung, die dem ungebildeten Arbeiter vorgaukelt, Kunst zu konsumieren.
Der „gute Geschmack“ ist ja nach wie vor ein Merkmal, nach dem Menschen in Klassen eingeteilt werden. Denn – so heißt es – nur der wahre Kenner kann Kitsch von Kunst unterscheiden.

Tatsächlich aber beinhalten fast alle Kulturprodukte wenigstens ein bisschen Kitsch und  umgekehrt kann auch Kitsch ein bisschen Kunst sein.
Jedenfalls ist Kitsch immer Kultur. Jedes kitschige Machwerk sagt viel über die Gesellschaft, aus der es hervorgegangen ist und das macht ihn auch so interessant.

Heute darf Kitsch zum Glück wieder genossen werden und oft wird er ironisch rezipiert: mit einem kleinen Augenzwinkern stellt man sich eine süßliche Porzellanfigur ins Wohnzimmer, führt sich Paulo Coelho zu Gemüte oder hört sich alte Schlager an.
Und das ist auch gut so. Kitsch macht glücklich.

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